Trad & Bordun
Das bayerische Format des Bordun e. V. in München

Bayerischer Tanz trifft auf BalFolk, überschreitet Grenzen, entdeckt die gemeinsamen Wurzeln und begibt sich auf die Reise durch Europa.

Sie kannten sich schon seit Jahren; die drei Musiker von Cecilia trafen sich oft, um in einem Folk-Club zu spielen oder einfach zum Tanzen. Dann, an einem Sommerabend, trafen sie ihre Muse; plötzlich klangen sie zusammen so wunderbar, dass sie beschlossen, als Cecilia weiterzumachen.
Spuren traditioneller Musik noch immer in ihren Herzen und der Einfluss zeitgenössischer Musik in ihren Ohren, der Drang zu kreieren, zu spielen und aufzutreten, die Leidenschaft für Tanz und Feiern, aber auch die ganz einfachen Dinge des Lebens haben ihre Musik inspiriert. Während Dudelsack und Drehleier eine Bordunlandschaft schaffen, wechseln die Akkorde des Akkordeons die Farben von frischem "(Ever)Green" zu "Blue(s)", manchmal begleitet von einer verführerisch flüsternden Flöte.
Cecilia spielt pure Tanzmusik; klare Arrangements, ein starker Rhythmus, wunderschöne Melodien, die noch lange nach dem Verlassen des Bals im Kopf bleiben (und zum Glück mithilfe ihrer vier Alben aufgefrischt werden können).

Volksmusik groovt. Das tut sie tatsächlich. Man muss nur die Ohren offen halten, jenseits von Stadlromantik und Traditionalistenkorsett, und schon trifft man unweigerlich: den Niederbayerischen Musikantenstammtisch.
Schon seit 2003 ist der – rund um eine Kernbesetzung - oft spontan zusammengesetzte Haufen junger Musikanten unterwegs. Und das nicht nur, wenngleich auch ursprünglich, im Wirtshaus. Der Stammtisch kommt überall hin. Und macht sich einen Spaß daraus, mit lebendiger und kraftstrotzender Musizierlust auch genau die Leute aufzusuchen, die mit Volksmusik vielleicht nichts am Hut hatten. Bis jetzt.
Angetan haben es den Musikanten die Tänze: Landler, Schottische, Dreher und – natürlich – die schönsten Zwiefachen landauf, landab. Für die Melodie sind die Klarinetten und Trompeten zuständig. Die Begleiter spielen auf der Harmonika, Basstrompeten oder Tenorhörnern, der Bass auf Tuba oder Kontrabass. Immer ohne Noten, frei nach Gehör.
Volksmusik als lässige Avantgarde? Gut möglich, wenn man beobachtet, wie die alten ostbayerischen Klänge selbst dem abgeklärtesten Großstadtpublikum in die Glieder fahren. Nach einem Abend mit dem Stammtisch sind alle zu rotbackigen, glücklichen, glühenden Volkstänzern geworden. Der Stammtisch spielt, wie schon gesagt, überall, zu zweit, zu fünft, zu zehnt. Bei Festen mit und ohne Anlass, konzertant und mittendrin, auf und neben Tanzboden oder Bühne. Man kann ihn für die Hochzeit genauso buchen wie für die schöne Leich'. Für das Bräustüberl und den Punkschuppen. Aber immer mit vollstem Herzen und aus tiefster Brust.

Greet hat eine klassische Ausbildung in Querflöte und Euphonium. Während ihres Studiums spielte sie in verschiedenen Ensembles und nahm an Jam Sessions teil, wo sie die Folkmusik entdeckte und Freundschaften mit vielen Folkmusikern schloss.
Nach ihrem Abschluss führte sie ihre musikalische Reise zu Musik und Traditionen vieler Regionen in Europa. Ein diatonisches Akkordeon fand den Weg auf ihren Schoß, ein schöner Prinz führte sie zum Tanz, und so fing alles an: Musik und Tanz der Folk-Welt wurden zu einer wahren Leidenschaft – und der Prinz zu ihrem Lebenspartner. Greet hat viele Jahre am Musikinstrumentenmuseum (MIM) in Brüssel gearbeitet und spezialisierte sich dort auf Ethnomusikologie.
Heute unterrichtet sie in Vollzeit an der Musikakademie in Gooik (Flandern), wo sie Musikgeschichte, Ensemblespiel, Improvisation und diatonisches Akkordeon unterrichtet. Daneben gibt sie Kurse und Workshops in Belgien und im Ausland, mit dem Fokus auf Ensemblespiel und diatonisches Akkordeon.
Greet ist mit zahlreichen Gruppen und Projekten aufgetreten, unter anderem Twalseree, Malineur, Grond, Op Zwier und Filenko; weit bekannt wurde sie aber durch ihr eigenes Ensemble Cecilia. Mit dieser Gruppe spielt sie Tanzmusik auf Festivals und Balfolk-Veranstaltungen quer durch Westeuropa.
Viele Jahre arbeitete Greet mit den Tanzlehrern MicheuStef zusammen und unterrichtete gemeinsamem mit ihnen auf verschiedenen Veranstaltungen, z.B. viele Jahre auf dem Grand Bal de L’Europe in Gennetines. Für Cecilia macht sie die Arrangements und Akkordstrukturen für die Melodien, die Jan komponiert, aber sie schreibt auch ihre eigenen fröhlichen Tanzstücke. Zusätzlich zu Cecilia ist sie aktuell im Trio Naber aktiv, das sowohl mit Tanzmusik als auch mit einem Konzertrepertoire auftritt.

Jan Leeflang studierte in seiner Jugend Orgel und Blockflöte in den Niederlanden. Als Teenager entdeckte er das Folk-Revival der 70er-Jahre; die Musik von La Bamboche und La Chifonnie nahmen ihn sofort gefangen, und vor allem der besondere Klang des französischen Dudelsacks (Cornemuse). Diese Entdeckung führte zur Suche seines eigenen Instruments und zu einer tiefen Erkundung traditioneller Musik und ihrer Künstler. Er lernte von mehreren berühmten Dudelsackspielern, unter anderem Willem Schot, Jean Blanchard, Eric Montbel, Michel Lebreton und Frédéric Paris, und spielte und sang in verschiedenen Folk-Ensembles in den Niederlanden.
1995 zog Jan nach Belgien, wo er und seine Partnerin Greet Wuyts die treibende Kraft solcher Gruppen wie Malineur, Op Zwier und Filenko sowie dem aktuellen Trio Noaber waren. Durch seine ganze kreative Karriere hindurch war das Ensembe Cecilia eine bleibende Konstante.
Zusammen mit Greet und Thomas hat Jan in ganz Westeuropa auf Festivals und Balfolk-Veranstaltungen gespielt. Jan komponiert die meisten Tanzmelodien auf Cecilias vier Alben. Seine Musik zeichnet sich durch starke, erzählerische melodische Linien aus, die immer die Struktur des Tanzes und die Bedürfnisse der Tanzenden respektieren. Er ist ein sehr gefragter Lehrer für Dudelsack-Workshops und unterrichtet wöchentlich Dudelsack und Ensemblespiel in der Musikakademie in Genk (Flandern).

Seit Thomas auf die Drehleier gestoßen ist, haben ihn die reichen Melodien dieses einzigartigen Instruments verzaubert. Seine Liebe wurde zur Leidenschaft: Heute tourt er mit seinen Bands Cecilia, Threo (u.a. mit Paul James), Hidrae, Fyndus und Nebel durch Westeuropa.
Durch seinen Hintergrund in Informationstechnik gelingt es ihm, alten Klang mit modernster Soundtechnik zu verbinden. Dies resultierte in dem ambient drone-Projekt Mótha und dem besonderen Saga-als-Musical-Projekt „De Manen Opzij“.
Thomas bringt die Drehleier oft in die Medien und auf viele Radio-Kanäle. Anfang 2024 erhielt er die Ehre, einen Solo-Part mit dem Symphonieorchester „Prima La Musica“ zu spielen unter der Leitung von Maestro Dirk Brossé für eine Live-Übertragung auf dem belgischen Musikkanal VRT. Er ist ein häufig angefragter Gastmusiker für verschiedene Ensembles und hat im Laufe der Jahre sein Instrument an vielen unterschiedlichen Orten unterrichtet.

Hansjörg Gehring wurde in eine musikalische Familie hineingeboren. Über Blockflöte, Geige, Gitarre und Akkordeon entdeckte er im Alter von 12 Jahren seine große Liebe, den Kontrabass. Neben Volksmusik wurde in diesem Alter auch seine Leidenschaft zur klassischen Musik geprägt. So studierte er an der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg klassischen Kontrabass und hat sich mit einer eigenen Kontrabassschule als Lehrer selbstständig gemacht. Sein Spezialgebiet ist jedoch das Aufspielen zum Tanz.
Als Bassist, sei es mit dem Kontrabass oder dem Helikon, sucht er immer den Weg direkt in die Füße der Tänzer. Als Ausgleich zu den tiefen Tönen hat er vor 20 Jahren den Dudelsack entdeckt und zu seiner zweiten großen Liebe entwickelt.
Zu hören ist er mit dem Niederbayerischen Musikantenstammtisch, den Liadhabern, der Beinhausmusik oder dem Duo Vroidentanz u.a.

Juanfe Carrasco ist in Madrid geboren und halb Spanier, halb Franzose. Er hat in Spanien, Frankreich, den USA, Portugal und Deutschland gelebt. Obwohl Landwirtschaft und Umweltschutz sein eigentlicher Beruf sind, ist seit seiner Kindheit die Musik seine große Liebe. Mit 13 Jahren entdeckte er das Gitarrenspiel und hat in verschiedenen Gruppen gespielt und gesungen. Er sang in mehreren Chören, nahm Perkussions-Unterricht und besuchte eine Einführung in das diatonische Akkordeon. Oft nutzt er das Singen, Perkussion und Gitarre, um mehr Leben in Gruppen oder Meetings zu bringen. Juanfe nahm Unterricht in verschiedenen Tanzstilen, wie Flamenco, zeitgenössischen Tanz und afrikanischen Tanz und hat vor allem in den letzten guten zehn Jahren an zahlreichen Workshops im Bereich Folk, traditioneller Tanz und Balfolk teilgenommen. Zusätzlich zu wöchentlichen Workshops in Spanien und Frankreich leitet Juanfe seit 2014 international Workshops und Tanzabende, unter anderem auf dem Grand Bal de l‘Europe in Saint Gervais und Gennetines in Frankreich, auf Folkarria und Baladans in Spanien, auf dem Porto Folk Festival und auf Andancas in Portugal, aber auch in Bulgarien und der Türkei. Sein Unterricht legt Wert auf das Zuhören und Wahrnehmen: die Musik, die anderen, die Umgebung. Daraus entwickelt sich eine musikalische Sprache für Tänzer*innen, mit Fokus auf Rhythmus und Kommunikation. Vom Grundschritt jedes Tanzes über unterschiedlichste Variationen bis hin zu Fusion mit anderen Stilen wie Salsa, Forro oder Tango.
- 21. – 23.06.2024 Instrumentenkurse/Tanzworkshop
- 22.06.2024 BalFolk-Tanzabend
Instrumentenkurse/Tanzworkshop:
21. – 23.06.2024
- BalFolk-Tanzkurs / Kursleitung: Aleksandra Vohl & Irma-Maria Troy
- Ensemblekurs / Kursleitung: Jan Budweis & Bettina Wunderlich
- Dudelsackkurs / Kursleitung: Daniela Heiderich.
- Drehleierkurs / Kursleitung: Gilles Chabenat
Wo? – Stadtteilkultur 2411; Blodigstraße 4 / 3. Stock / 80933 München
BalFolk-Tanzabend:
22.06.2024 (Samstag / ab 19:30)
Diese Veranstaltung ist offen für Neugierige, Quereinsteiger und Tanzbegeisterte. Mit Tanzanleitung – alle können mitmachen und Spaß haben!
Es spielen auf:
Duo Gilles Chabenat & Daniela Heiderich
Tanzanleitung:
Katharina Mayer, Aleksandra Vohl und Jan Budweis
Wo? – ALTER WIRT Obermenzing (Dorfstraße 39, 81247 München)
Veranstalter: Bordun e. V. mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München
Kontakt
Fragen zu den Kursen?
Bei Fragen zu den Kursen, zum Tanzabend oder der Bezahlung: E-Mail an trad.bordun@gmx.de
Wenn ihr Fragen zu bestimmten Kursen habt, könnt ihr euch auch an die Kursleiter direkt wenden, sofern deren Mailadresse angegeben ist.
Anmeldung Kurse/Tanzworkshop
Die Anmeldung im Buchungs-portal
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Anmeldung Bal Folk Tanz
Die Anmeldung im Buchungs-portal
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Preise
Die Kursgebühr beträgt 150 €
Der Eintritt zum Tanzabend beträgt 12 € / 5€ (ermäßigt)
Hier findet ihr auch die Informationen zu den
Veranstaltungsorte
Kursort: Stadtteilkultur 2411
Blodigstraße 4 / 3. Stock / 80933 München Die Räume sind barrierefrei. Ein Aufzug ist vorhanden. Das Kulturzentrum 2411 liegt direkt an der U-Bahnstation Hasenbergl im Münchner Norden. U2 in Richtung Feldmoching.
Tanzabend: Zum Alten Wirt, München/Obermenzing
Dorfstraße 39, 81247 München
S-Bahnhaltestelle: Pasing oder Bus
ANREISE
Fahrpläne des Münchner Verkehrs Verbund: MVV
Wenn Sie mit dem eigenen PKW kommen
Bei Anreise mit dem PKW beachten Sie bitte, dass es an den Veranstaltungsorten nur sehr eingeschränkte Parkmöglichkeiten gibt. Wir bitten Sie daher, für Ihre Anreise verstärkt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.